Sagen wir es ist 15 Uhr an einem Samstag Nachmittag. Die Auktionshalle summt und brummt ob der vielen Menschen, Reiterlein, Züchterlein und denjenigen, die weder das eine noch das andere sind, aber dafür das Geld haben.

Diese drei Spezies ermöglichen alljährlich mehrfach ein beeindruckendes Spektakel um einige tausend Pferde, die auf diese Weise verkauft und gekauft werden. Der Züchter ist dem Verband bekannt, unterhält wahrscheinlich noch gute Beziehungen (was auch nicht das Verkehrteste ist) zum Verband und bringt sein gezüchtetest Pferd entweder in einer Zwischenauktion oder (für das ganz große Geld) in einer der zwei üblichen Eliteauktionen unter. Reiterlein möchte unbedingt ein Pferd haben und hat weder Zeit noch Lust, wochenlang über Land zu fahren und Pferde präsentiert zu bekommen, deren Eigenschaften der Verkäufer gnadenlos überschätzt und orientiert sich so lieber an einer vom Verband herausgefilterten, sicheren Qualität der Pferde. Und der Geldgeber? Wird überzeugt und kommt einfach mit, um dann den Rausch des Bietens zu erleben. Im Gegensatz zu Ebay hat der Bieter dabei das ganz große Publikum, welches ab einer gewissen Summe durchaus anerkennenden Zwischenapplaus zollt.

Das Ganze ist ein wirklich sehenswertes Ereignis. In der stimmungsmäßig aufgeheizten Auktionshalle drehen junge Pferde ihre Runden, die eigentlich in einer ganz anderen Haltung unterwegs sein sollten, und werden zu gigantischen Zuschlagspreisen verkauft. Angebot und Nachfrage regeln den Markt, bei einer Auktion kommt zuweilen wohl ein gewisses Imponierverhalten hinzu. Für kurzzeitige Schlagzeilen? Man möchte nur alle Daumen drücken, dass es auch langfristig positive Meldungen gibt, die das erkaufte Talent bestätigen. Letztlich ist ein Pferd ein Pferd und bei allen Preislagen sollte nicht vergessen werden, dass Pferde grünes Gras (nicht nur am Strick am Halfter) und Artgenossenkontakt brauchen und “schätzen”, um weiter fit für sportive Schlagzeilen zu sorgen.

(So gibt es ausnahmsweise mal eine etwas nachdenklichere Kolumne. Dass das nicht zur Gewohnheit wird, können wir gerne versprechen.)